1.  

    “Aber Liebe zu Gott als Neigung ist unmöglich; denn er ist kein Gegenstand der Sinne. Eben dieselbe gegen Menschen ist zwar möglich, kann aber nicht geboten werden; denn es steht in keines Menschen Vermögen, jemanden bloß auf Befehl zu lieben.”

  2.  

    “Es gibt keine besondere Pflichten gegen Gott in einer allgemeinen Religion; denn Gott kann von uns nichts empfangen; wir können auf und für ihn nicht wirken.”

  3.  

    “Denn wenn Gott zum Menschen wirklich spräche, so kann dieser doch niemals wissen, daß es Gott sei, der zu ihm spricht.”

  4.  

    “Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet. Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder?”

  5.  

    “Und alle Götter lachten damals und wackelten auf ihren Stühlen und riefen: „Ist das nicht eben Göttlichkeit, dass es Götter, aber keinen Gott gibt?“ Wer Ohren hat, der höre.”

  6.  

    “Wer ihn als einen Gott der Liebe preist, denkt nicht hoch genug von der Liebe selber.”

  7.  

    “Wenn es Götter gäbe, wie hielte ich’s aus, kein Gott zu sein! Also gibt es keine Götter.”

  8.  

    “Ich fürchte, wir werden Gott nicht los, weil wir noch an die Grammatik glauben.”

  9.  

    “Wie? ist der Mensch nur ein Fehlgriff Gottes? Oder Gott nur ein Fehlgriff des Menschen?”

  10.  

    “Das ist das Äußerste menschlichen Gotterkennens: zu wissen, dass wir Gott nicht wissen.”

  11.  

    “Die höchste Vollendung des menschlichen Lebens liegt darin, dass des Menschen Sinn ledig sei für Gott.”

  12.  

    “Die Offenbarung Gottes zeigt uns mehr, was er nicht ist als was er ist.”

  13.  

    “Gott ist sein Sein selbst. Das kann von keinem anderen Wesen ausgesagt werden.”

  14.  

    “Gott hat weder Anfang noch Ende, er besitzt sein ganzes Sein auf einmal – worin der Begriff der Ewigkeit beruht.”

  15.  

    “Gott und was in Gott ist, hat nicht ein Ziel, sondern ist das Ziel.”

  16.  

    “Jedes Wesen liebt von Natur auf seine Weise Gott mehr als sich selbst.”

  17.  

    “Sowohl Gottes wie auch des Engels wie auch des Menschen letztes Glück und Glückseligkeit ist: Gott zu schauen.”

  18.  

    “Wohl können wir Gott unser Herz öffnen, aber nicht ohne göttliche Hilfe.”

  19.  

    “Damit den Heiligen die Seligkeit besser gefalle und sie Gott noch mehr dafür danken, dürfen sie die Strafen der Gottlosen vollkommen schauen.”

  20.  

    “Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand – ist ein alter Scherz, den man wohl in unsern Zeiten nicht gar für Ernst wird behaupten wollen.”

  21.  

    “Die Quelle des Ideals ist der heiße Durst nach Ewigkeit, die Sehnsucht nach Gott, also das Edelste unsrer Natur.”

  22.  

    “Ich befürchte, die Stellvertreter Gottes werden die Willfährigkeit der Menschen so lange missbrauchen, bis diese zuletzt doch noch klug werden.”

  23.  

    “Wenn es Gott nicht gäbe, so müsste man ihn erfinden.”

  24.  

    “Zu allen Zeiten haben sich die Menschen vorgestellt, daß Gott die Flüche der Sterbenden erhört, besonders der Priester. Ein nützlicher und achtbarer Irrtum, wenn er das Verbrechen eindämmt.”

  25.  

    “Wer Gott als Erfindung betrachtet, braucht Ihn umso mehr, wenn die Zeit des Abschieds näher gerückt ist.”

  26.  

    “Unsere Beschränktheit erlaubt es uns nicht Aussagen zu formulieren, die wir nicht einmal nachvollziehen können.”

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